Dr. Peter Hoff
Medienwissenschaftler, freier Journalist, Medien- und Theaterwissenschaftler, Hochschullehrer.
Mehrere Bücher zum Fernsehen (u.a. mit Knut Hickethier Koautor der „Geschichte des deutschen Fernsehens“); einige Hundert Aufsätze zu Theorie, Geschichte und Dramaturgie von Film und Fernsehen; u.a. Mitarbeiter am DFG-Forschungsprojekt „Geschichte des DDR-Fernsehens – komparativ“ mit dem Forschungsgegenstand Fernsehunterhaltung; Lehrauftrag an der Humboldt-Universität Berlin; seit 1973 Fernsehkritiker des ND, Direktor des Instituts für Medieninformation iminform (Frankfurt/Berlin)

Zur Sache Peter Hoff – Fragen und Antworten


WELTSICHT

Für welchen höheren Sinn lebt der Mensch?
Für die Erhaltung der Art.

Was finden Sie liebenswert an diesem Jahrhundert?
Es ist noch jung und hat noch seine Unschuld – obgleich es gerade im Begriff ist, sie zu preiszugeben.

Sie stehen einer Weltregierung vor: was würden Sie sofort abschaffen?
Ich würde ein Gesetz einbringen, das jeden Politiker, der noch auf Kriege als die legitime Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln baut, unverzüglich in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik einzuweisen befiehlt.

Was ist links?
Links ist da, wo die Vernunft stehen sollte.

WELTREISE

Welches ist Ihr liebster Platz auf der Welt?
Bei den Menschen, die ich liebe.

Mit welchen drei Begriffen charakterisieren Sie Deutschland?
„Heimat, meine Trauer,
Land im Dämmerschein,
Himmel, du mein blauer,
Du mein Fröhlichsein.“ (Johannes R. Becher)
Brecht hat dieses Gedicht sehr schön interpretiert.

Was ist für Sie Heimat?
Heimat ist da, wo meine liebsten Menschen sind.

Welches ist das Ziel Ihrer Traumreise?
Ich bin ein Gedankenreisender: der Weltraum.

WELTSCHMERZ

Wovor haben Sie Angst?
Davor, dass auch meine Enkel noch Opfer von Kriegen werden könnten.

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Beim Tod meiner Mutter.

Was trauen Sie der Menschheit nicht mehr zu?
Der Menschheit ist – leider – immer noch alles zuzutrauen!

Was empfinden Sie als Verrat?
Wahlversprechen von Politikern, die alles Heil der Welt verheißen und doch von vornherein wissen, dass diese Versprechen nicht erfüllbar sind.

WELTKUNST

Welcher literarische Held steht Ihnen am nächsten? Warum?
Frischs „Gantenbein“: Auch ich stelle mir gern vor, wie mein Leben ganz anderes verlaufen könnte.

Welches Kunstwerk haben Sie nie verstanden?
Kein Kunstwerk, eine Kunst: die Musik. Aber weil mir der intellektuell-logische Zugang zu dieser Kunst fehlt, liebe und genieße ich sie umso intensiver.

Wie beschreiben Sie Lebenskünstler?
Ein Mensch, der am Morgen aufsteht, obgleich er ziemlich genau weiß, was der Tag bringen wird.

Welche Kunst würden Sie gern beherrschen?
Die Kunst, Frauen zu verstehen.

WELTWUNDER

Worüber wundern Sie sich?
Darüber, wie weit es die menschliche Entdeckerlust und Erfindergabe gebracht hat, und wie barbarisch die Menschen trotzdem miteinander umgehen.

Was müsste unbedingt erfunden werden?
Ein Mittel gegen Dummheit.

Was ist an Ihnen bewundernswert?
Nur, dass ich geboren wurde. Wie viele Zufälle standen diesem Umstand in Milliarden Jahren der Evolution und im Zuge der viel tausendfachen individuellen Zuchtwahl meiner Vorfahren entgegen!

Apropos Wunder: Was ist ein wunder Punkt bei Ihnen?
Ich finde für das Verhalten und Handeln anderer Menschen immer eine Erklärung und eine Entschuldigung. Zum Glück nicht für das eigene Verhalten und Handeln!

WELTBÜRGER

Welchen Zeitgenossen würden Sie für Verdienste um die Menschheit auszeichnen?
George W. Bush: Er hat Menschen in aller Welt wieder zu politischen Aktionen auf die Straße gebracht, zu einer Zeit, als zumindest ich nicht mehr daran geglaubt habe, dass Menschen überhaupt noch politisch bewegt werden können.

Finden Sie Marx überholt?
Im Gegenteil: Nie war er so wertvoll wie heute!

Sind Sie für Geburtenkontrolle?
Ich bin für den Schutz des geborenen Lebens in einer Welt, die jedem Menschen ein erfülltes Leben bieten könnte.

Mit welcher Persönlichkeit der Geschichte würden Sie gern in Briefwechsel treten?
Mit Jesus Christus.

(Hinweis: Der Fragebogen wurde vom Neuen Deutschland an Peter Hoff gesandt und in ähnlicher Form 2003 veröffentlicht – dies hier sind die unveränderten, ungekürzten Originalantworten von Peter Hoff, wie er sie auf seiner Homepage bei iminform veröffentlicht hatte)

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