Peter Hoff (Interview)


Ein Interview mit Peter Hoff im LIBUS-magazin Heft 08:
peter-hoff_01 Peter Hoff
– studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften, worin er promovierte
– arbeitete er als Regisseur, Dramaturg, Autor und Schauspieler
– ab 1972 Lehrtätigkeit an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam, Fachbereichsleiter in Dramaturgie und Regie
– Chefredakteur der BFF („Beiträge zur Film- und Fernsehwissenschaft“)
– seit 1993 freier Journalist, Lehraufträge u.a. in Marburg und Berlin
– schreibt er derzeit an der „Geschichte des deutschen Fernsehspiels

LIBUS: Die Situation des deutschen Films scheint sich in kommerzieller Hinsicht gebessert zu haben. Lola rennt weltweit und Wim Wenders dreht in Amerika. Vom Autorenfilm der 70er Jahre hingegen scheint ist übrig geblieben. Wo steht der deutsche Film heute?

Hoff: Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu antworten. Die eine ist die optimistische: die Globalisierungstendenz, die wir in allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen Bereichen haben, schlägt auch auf die Kultur durch. Wenn Sie in welcher Stadt auch immer, aus dem Flugzeug steigen und in die Stadt fahren, fühlen Sie sich bald zu Hause. Die Städte sind einander so ähnlich geworden – im Grunde muß ich nicht mehr reisen. Ähnlich sieht es mit den Kinospielplänen aus. Die sind international gleich. Der nationale Film, nicht nur der Autorenfilm, ist am Ende. Vielleicht ist da eine internationale Kultur am Entstehen. Das wäre die optimistische Variante.
Die andere ist für mich – und da stocke ich, weil man da leicht zu den Thesen aus den 70iger Jahren gelangt – geht in Richtung Kulturimperialismus. Es findet eine Nivellierung der Kultur statt. Der deutsche Film hat keine andere Chance, wenn er Weltgeltung erlangen will, als sich den internationalen Trends anzupassen. Die internationalen Trends werden von den US-Majors gesetzt. Wer in Hollywood dreht, „hat es geschafft“ – Emmerich, Petersen und andere. Der Rest bleibt zurück, und träumt davon, nach Hollywood zu kommen. Ähnlich ist es mit den Schauspielern.
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Dr. Peter Hoff
Medienwissenschaftler, freier Journalist, Medien- und Theaterwissenschaftler, Hochschullehrer.
Mehrere Bücher zum Fernsehen (u.a. mit Knut Hickethier Koautor der „Geschichte des deutschen Fernsehens“); einige Hundert Aufsätze zu Theorie, Geschichte und Dramaturgie von Film und Fernsehen; u.a. Mitarbeiter am DFG-Forschungsprojekt „Geschichte des DDR-Fernsehens – komparativ“ mit dem Forschungsgegenstand Fernsehunterhaltung; Lehrauftrag an der Humboldt-Universität Berlin; seit 1973 Fernsehkritiker des ND, Direktor des Instituts für Medieninformation iminform (Frankfurt/Berlin)

Zur Sache Peter Hoff – Fragen und Antworten

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